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Lübecker Neujahresrede „Hommage á Tannewetzel“, 25 x 13,3 cm, broschiert, 56 Seiten, mit zahlreichen Vignetten, Verlag St. Gertrude, Hamburg 1986.

Textauszug: „Also – wir ALLE haben ein eingeborenes Verlangen nach Sicherheit – wir haben zwar auch ein natürliches Verlangen nach Risiko und auch Aggression und Zerstörung – ABER das dominierende Bedürfnis ist eine animalische Sehnsucht nach Sicherheit. Anders als das Eichhörnchen glauben wir – etwa ab dem 25. Lebensjahr – zu wissen, dass wir sterblich sind (manche kapieren es nie). Und genau in dieser ach so gewissen Wahrscheinlichkeit haben wir uns die Ewigkeit erfunden! Freundschaft + Liebe + Ehe sollen ewig sein. Das auf Pergament geschriebene Wort soll ewig sein. Die Pyramiden und die Sixtinische Kapelle, sie sollen ewig sein. Ewig – das ist das Credo der Menschen. Und während wir nun leben, erleben wir die Vergänglichkeit allen Seins und erleiden und erkennen, dass nichts sicher + ewig ist – bis auf EINS: der Tod. In diesem gemächlichen Gang des Sterbens, den wir Leben nennen – auf diesem Gang durch die Vergänglichkeit ist nur eins sicher: DAS ENDE DES STERBENS – der Tod des Ego, der Menschheit, der Erde und der Welt. Ob nun der Tod die Tür in ein anderes, neues, frisches Sterben ist, das ist hier und heute nicht meine Frage. …“

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