Ausschnitt „Wenn es sein muss, lasst uns doch sterben.“

August 10, 2010  ·  @ Angelika Gerlach  ·  Ein Kommentar

Wenn es sein muss, lasst uns doch sterben.
Dieser Janssen-Text, der Ende 1983 bereits in „Die Zeit“ abgedruckt wurde, ist ein Brief an Marion Dönhoff. Die Buchfassung enthält neue Federzeichnungen Janssens nach Calot. Diese Beschreibung der uns bevorstehenden Apokalypse ist jetzt anläßlich der Katastrophe in Fukuishima aktuell und lesenswert.
25 x 13 cm, broschiert, 36 Seiten mit 15 Federzeichnungen, Verlag St. Gertrude, Hamburg 1984.

Textauszug:

„DIES IST DAS NEUE. JA DAS IST DIE APOKALYPSE! Diese bestrahlten Mütter werden hunderttausende von kleinen Monstern werfen, weiterwirkend über Kind, Enkel, Urenkel… .

Nicht: Wut, Zorn UND Verzweiflung, sondern Verzweiflung aus Wut + Zorn – aus ohnmächtiger Wut, aus ohnmächtigem Zorn. Das ist der Motor für dies mein Geschreibsel. Abend für Abend – nach meinem in anderen Welten getanem Tagewerk – kann ich es nicht vermeiden, dass mir das Leer-Gedöhn zur Derzeit – Permanente, dieses volkseinlullende Leergedröhn mir ins Hirn dringt, dieweil ich eigentlich nur meine Augen etwas spazieren lassen möchte, wo ich doch mein Haus kaum noch verlasse. TV- es ist mir Notwendigkeit. Aber dieses mitgelieferte Leer-Gedröhn ist so penetrant wie „Ein Lied geht um die Welt“. Der Simpel-Text: Friede!
Die Noten sind jeweils die der Vereinshymne, der Landeshymne oder Nationalhymne und allemal schlecht gesungen.
Friede – Friede – Friede.
Dass sich die Friedensbewegung als Friedensbewegung versteht, versteht sich von selbst. Als solche versteht sich dann auch die Ökobewegung, die Gewerkschaft und dann, laut Bundeskanzler, die Bundesregierung. ……“

Diesen Text können Sie in der Janssen Bibliothek weiterlesen!

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Ein Kommentar → “Ausschnitt „Wenn es sein muss, lasst uns doch sterben.“”

  1. Jens Lustig 7 Jahres her  

    Ich finde es schön, dass es diese Seite gibt. Sehr gefreut habe ich mich über die Videos. Schön, Herrn Brockstedt wiederzusehen. Weiterhin gutes Gelingen und immer ein volles Haus in Blankenese.

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