„November“

August 10, 2010  ·  @ Angelika Gerlach  ·  Ein Kommentar

„November
Janssen’s „Lieblingsbuch“, von ihm selbst als solches bezeichnet, erschien ursprünglich 1975. In diesem Werk gelang es ihm, nach eigener Aussage, zum ersten Mal richtig zu zeichnen. Er konnte von der Streichholzschachtel auf dem Tisch bis zu einer verwelkten Blüte alles naturgetreu aufs Papier bannen.
25 x 33 cm, Hlwd., 152 Seiten mit 94 überwiegend farbigen Abbildungen, mit farbigem Schutzumschlag, Verlag Galerie Peerlings, Krefeld 1975/1983.

Textauszug:

„Bitte, Madame – November – eine gute Gelegenheit mit dem Tod zu kokettieren.  Es soll ja Leute geben, die ein solches frivoles Vergnügen abschätzig werten. Ich meine, daß solche Koketterie eine angemessene Form ist, diesem Kerl sogar 365 Gedenktage im Jahr einzurichten. Ich jedenfalls kokettiere. Sollte das Gespräch einmal ernsthaft werden – da werde ich sicherlich schweigen und jenem das Wort überlassen.
Es gibt da ein altes Märchen. Um es etwas zu karikieren, erzähl ich´s mal so: Bei irgend einer Gelegenheit, irgendeiner, kommt es zwischen einem Soldaten und dem Tod zu einer Absprache. Diese sagt, daß der Tod sich dem Soldaten vor-oder rechtzeitig für die letzte Begegnung annoncieren möge. Na – nun passiert, daß der Tod dennoch für den Soldaten ganz plötzlich und unerwartet, also unangemeldet kommt. Endgültig. Der Soldat räsoniert natürlich über den vermeintlichen Vertrauensbruch, und daraufhin sagt dann der Tod: „Was willst du eigentlich, mein Lieber? Erinnerst du nicht, daß du dir schon als Kindskopf mal die Finger auf der Ofenplatte verbranntest? Und erinnerst du nicht den Schmetterling, dem du damals ein Glas überstülptest und der dann nach drei Tagen nicht mehr davonflatterte,als du sein Gefängnis öffnetest? Und weißt du nicht mehr………“

Diesen Text können Sie in der Janssen Bibliothek weiterlesen!

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Ein Kommentar → “„November“”

  1. Angelika Gerlach 0170/521 48 50 7 Jahres her  

    Spannender Text. Wie geht´s wohl weiter? Werde auf jeden Fall in die Bibliothek gehen!

    Claus Kruse

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